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AI Overviews: Warum weniger Besucher auf eurer Seite sind

Bernd Broschek 6 Minuten Lesezeit

Seit Google über den Suchergebnissen KI-Zusammenfassungen einblendet, klicken deutlich weniger Menschen weiter. Wo so ein Block steht, sinkt die Klickrate auf die Treffer darunter spürbar — bei unverändertem Rang und unverändertem Text. Betroffen sind vor allem erklärende Fragen; lokale Suchen und Markensuchen bleiben stabil. Genau die tragen Gemeindeseiten.

Was genau sind AI Overviews?

AI Overviews sind die KI-erzeugten Antwortblöcke, die Google seit 2024 über die klassischen blauen Links stellt; auf deutschsprachigen Suchergebnisseiten sind sie seit 2025 zu sehen. Google fasst dort mehrere Quellen zu einem Fließtext zusammen und setzt ein paar kleine Verweise daneben. Wer die Antwort schon im Block liest, hat keinen Grund mehr, eine der Quellen zu öffnen.

Wie oft so ein Block erscheint, wird je nach Auswertung sehr unterschiedlich angegeben, und der Anteil verschiebt sich laufend. Ein Ausnahmefall ist er längst nicht mehr. Wichtiger als die Menge ist ohnehin, welche Suchen es trifft — und dazu gleich mehr.

Wie groß ist der Rückgang wirklich?

Eine belastbare Gesamtzahl für den deutschen Markt gibt es bislang nicht; die kursierenden Prozentwerte stammen aus verschiedenen Stichproben und widersprechen sich. Belegt ist dagegen der Maßstab aus der Zeit davor: Sistrix hat für seine große Klickraten-Studie rund 80 Millionen Keywords ausgewertet — veröffentlicht 2020, zuletzt aktualisiert 2023 — und kam auf durchschnittlich 28,5 Prozent Klickrate für Platz eins.

Aufschlussreich ist, was dort schon ganz ohne KI geschah: Sobald über den Treffern ein weiteres Element stand, fiel derselbe Platz eins ab — auf 23,3 Prozent mit einem Featured Snippet, auf 16,7 Prozent mit einem Knowledge Panel. Ein KI-Block ist das größte dieser Elemente, und er beantwortet die Frage oft vollständig. Dass er Klicks kostet, ist deshalb keine Vermutung; strittig ist nur, wie viele.

Dahinter steht ein größerer Trend, den die Branche „Zero Click“ nennt: Ein wachsender Teil der Suchen endet ohne Klick auf ein Ergebnis. Wie groß dieser Anteil ist, hängt davon ab, wer misst — die Richtung ist seit Jahren dieselbe.

Für eine kleine Seite ist der Durchschnitt ohnehin die falsche Zahl. Ob euch der Wandel kaum berührt oder hart trifft, hängt allein daran, wonach eure Besucher suchen. Genau das lässt sich nachrechnen, statt es zu befürchten.

Welche Seiten trifft es — und welche nicht?

Hier liegt die eigentliche Nachricht, und sie wird selten ausgesprochen: Der Rückgang verteilt sich sehr ungleich. Wer davon lebt, allgemeine Fragen zu erklären — Ratgeberportale, Lexikonseiten, Themenblogs —, verliert am meisten. Wer von Ort, Name und Termin lebt, kaum. Der Unterschied liegt also nicht an der Branche, sondern an der Suchabsicht:

  • Informationssuchen wie „Was bedeutet Pfingsten“ oder „Wie läuft eine Taufe ab“ verlieren am stärksten. Genau diese Fragen beantwortet die KI im Block fertig.
  • Lokale Suchen wie „Freikirche Feldkirchen“ oder „Gottesdienst in der Nähe“ bleiben robust. Wer wissen will, wann bei euch der Gottesdienst beginnt, braucht eure Seite.
  • Transaktionale Suchen wie „Webdesigner beauftragen“ lösen deutlich seltener eine KI-Antwort aus.
  • Markensuchen — euer Gemeindename, euer Firmenname — sind kaum betroffen.

Für eine Gemeindeseite heißt das: Der Kern eures Traffics ist ausgerechnet der, den die KI nicht ersetzt. Wer sauber an lokalem SEO für die Gemeindeseite gearbeitet hat, steht heute stabiler da als jedes große Ratgeberportal.

Woran erkennt ihr das in der Search Console?

Die Google Search Console rechnet Klicks und Impressionen aus AI Overviews in den normalen Leistungsbericht ein, weist sie dort aber nicht getrennt aus. Seit Juni 2026 gibt es zusätzlich einen eigenen Bericht für generative KI. Er weist aus, wie oft eure Seiten in AI Overviews und im AI Mode aufgetaucht sind, und läuft für deutsche Properties schrittweise an — bis dort genug Daten für einen Vergleich zusammenkommen, kann es dauern.

Belastbarer ist deshalb ein Vergleich von Hand. Nehmt zwei gleich lange Zeiträume, am besten dieselben Monate im Vorjahr, und stellt Impressionen und Klicks nebeneinander. Drei Muster sind aussagekräftig:

  • Impressionen stabil, Klicks runter: das klassische AI-Overview-Muster. Ihr werdet weiter gefunden, nur seltener geöffnet.
  • Impressionen runter, Klicks runter: eher ein Ranking-Problem oder ein technischer Fehler, nicht die KI.
  • Marken- und Ortsanfragen unverändert: Entwarnung. Der tragende Teil eurer Besucher ist noch da.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Angenommen, eure Seite hatte im Vorjahreszeitraum 12.000 Impressionen und 600 Klicks, jetzt sind es 11.800 Impressionen und 380 Klicks. Die Sichtbarkeit ist praktisch gleich geblieben, die Klickrate ist von 5 auf 3,2 Prozent gefallen. Das ist kein Ranking-Verlust, sondern genau das Muster, das ein KI-Block über den Treffern erzeugt. Fallen dagegen auch die Impressionen um ein Drittel, sucht ihr die Ursache an der falschen Stelle.

Das Rechenblatt zu diesem Beitrag führt euch Feld für Feld durch diesen Vergleich, damit ihr nicht raten müsst.

Was sich für Gemeinden und kleine Betriebe ändert

In acht Jahren und 128 abgeschlossenen Projekten haben wir bei Ipsom kaum eine Gemeindeseite gesehen, die von Ratgeber-Traffic gelebt hätte. Menschen suchen den Gottesdienstbeginn, die Adresse, den Ansprechpartner für die Taufe, das Ferienprogramm, den Termin des Gemeindefests. Diese Suchen führen weiterhin auf eure Seite.

Was wirklich wegbricht, sind allgemeine Erklärtexte ohne eigenen Standpunkt — „Was ist Advent“, „Warum feiern wir Ostern“. Solche Beiträge waren nie euer Alleinstellungsmerkmal; jetzt sind sie es endgültig nicht mehr. Was bleibt, ist alles, was nur ihr sagen könnt: eure Geschichte, eure Leute, euer Ort, eure Predigten, eure Fotos.

Ähnlich liegt es bei christlichen Unternehmern. Wer eine Leistung an einem Ort anbietet, wird über Ort und Leistung gefunden, nicht über einen Lexikonartikel. Verwundbar sind vor allem Seiten, deren Besucher fast ausschließlich über allgemeine Wissensfragen kamen — dort lohnt der Blick in die Zahlen zuerst.

Zahlen sind dabei ein Werkzeug, kein Maßstab für den Dienst. Ein Minus in der Statistik sagt nichts darüber, ob jemand am Sonntag zur Ruhe gekommen ist. Haushalterschaft heißt aber auch, hinzusehen statt zu raten — deshalb lohnt der nüchterne Blick in die Zahlen, bevor aus Sorge die halbe Website umgebaut wird.

Lohnt sich SEO jetzt überhaupt noch?

Ja, nur mit verschobenem Schwerpunkt. Statt in möglichst viele allgemeine Themen zu investieren, zahlt sich alles aus, was eine KI nicht zusammenfassen kann: konkrete Orts- und Zeitangaben, klare Kontaktwege, echte Erfahrungsberichte, eigene Bilder, eine saubere Struktur. Genau daran arbeiten wir als christliche SEO-Agentur mit unserer Kundschaft.

Zwei Dinge sind wichtiger geworden. Erstens die Marke: Wer euch namentlich sucht, kommt an, ganz gleich was oben im Block steht. Zweitens die Zitierfähigkeit — auch die KI zieht ihre Antworten aus Quellen, und eine klar gegliederte Seite mit eindeutigen Fakten wird eher zitiert als eine wolkige. Wo ihr dabei anfangt, steht in den SEO-Grundlagen für christliche Unternehmer; ergänzend dazu haben wir aufgeschrieben, wie ihr die Online-Sichtbarkeit eurer Gemeinde stärken könnt.

Wenn eure Seite dafür technisch nicht mehr taugt, ist ein Neubau ehrlicher als jahrelanges Nachbessern. Dafür könnt ihr bei uns in Feldkirchen in Kärnten eine Gemeindewebsite erstellen lassen oder eine Website für christliche Unternehmer planen.

Was jetzt zu tun ist

  1. Zieht in der Search Console den Vergleich der letzten zwölf Monate zum Vorjahreszeitraum und schaut zuerst auf Impressionen gegen Klicks. Nur so trennt ihr AI Overviews von einem echten Ranking-Verlust.
  2. Sortiert eure zwanzig wichtigsten Suchbegriffe nach Absicht: Information, Ort, Marke, Kaufabsicht. Alles außer der ersten Gruppe ist weitgehend sicher.
  3. Prüft eure lokalen Angaben: Adresse, Gottesdienst- oder Öffnungszeiten, Anfahrt, Ansprechpartner — vollständig, aktuell und als Text, nicht nur im Bild.
  4. Verdichtet oder streicht allgemeine Erklärartikel ohne eigenen Inhalt und steckt die Zeit in Seiten, unter denen euer Name steht.
  5. Meldet euch bei Christlicher Webdesigner, wenn ihr die Zahlen gemeinsam durchgehen wollt. Die SEO-Betreuung beginnt bei 400 € netto, Stand August 2026.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Verliert unsere Gemeindewebsite jetzt ihren ganzen Traffic?

Nein. Der Rückgang trifft vor allem allgemeine Informationssuchen. Lokale Anfragen, Markensuchen nach eurem Gemeindenamen und Anfragen mit klarer Absicht — Gottesdienstzeiten, Adresse, Ansprechpartner — bleiben weitgehend stabil. Genau diese Suchen machen bei Gemeindeseiten den Großteil aus.

Bei welchen Suchanfragen erscheint überhaupt eine AI Overview?

Am häufigsten bei erklärenden Fragen mit „Was ist“, „Wie funktioniert“ oder „Warum“. Bei Suchen mit Ortsbezug, bei Markennamen und bei Anfragen, die auf einen Kauf oder eine Terminvereinbarung zielen, blendet Google deutlich seltener eine KI-Antwort ein. Eine feste Quote gibt es nicht: Der Anteil schwankt je nach Auswertung und verschiebt sich laufend. Verlässlich ist nur, welche Art von Frage es trifft.

Können wir unsere Inhalte aus den AI Overviews heraushalten?

Technisch ja, sinnvoll meist nicht. Mit der Anweisung nosnippet verliert eine Seite die Berechtigung, in AI Overviews zu erscheinen — gleichzeitig verschwindet aber auch der gewohnte Textausschnitt unter dem normalen Suchergebnis. Mit data-nosnippet lassen sich einzelne Abschnitte ausnehmen. Wir raten davon ab: Sichtbarkeit gegen Sichtbarkeit zu tauschen bringt nichts.

Sehen wir in der Search Console, wie oft wir in einer KI-Antwort auftauchen?

Teilweise. Klicks und Impressionen aus AI Overviews stecken im normalen Leistungsbericht, ohne eigene Kennzeichnung. Seit Juni 2026 gibt es zusätzlich einen Bericht für generative KI, der Einblendungen in AI Overviews und im AI Mode ausweist. Er wird schrittweise ausgerollt; für den Vergleich zweier Zeiträume bleibt vorerst der normale Leistungsbericht die verlässlichere Grundlage.

Rechenblatt zum Mitnehmen

Traffic-Rückgang einordnen: Rechenblatt für die Search Console

Zwei Zeiträume, vier Kennzahlen: Das Rechenblatt gibt euch ein belastbares Indiz, ob der Besucherrückgang eher von KI-Antworten kommt oder von einem Ranking-Problem. Zum Ausdrucken und Ausfüllen.

So geht ihr vor

  • Search Console öffnen, links auf „Leistung“, dann „Suchergebnisse“.
  • Oben „Datum“ anklicken, „Vergleichen“ wählen und die vier Zahlen der Übersicht in die Tabelle unten eintragen — am besten die letzten drei Monate gegen denselben Zeitraum im Vorjahr.
  • Auf Seite 2 die wichtigsten Suchbegriffe nach Absicht sortieren und das Ergebnis ankreuzen.
  • Zeitraum A (älter)
  • Zeitraum B (aktuell)
  • Impressionen
  • Klicks
  • Klickrate (CTR)

Die vollständige Fassung mit allen Punkten steht im PDF.

Kostenlos, ohne Anmeldung, ohne E-Mail-Adresse. Nimm es mit und nutze es — auch wenn ihr die Website am Ende selbst baut. Alle zwölf Arbeitsmaterialien ansehen

Bernd Broschek

Geschrieben von

Bernd Broschek BEd

Christlicher Webdesigner aus Kärnten, leitet eine Agentur mit vier Mitarbeitern und ein Hilfswerk in Uganda. Mehr über mich

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