Zum Inhalt springen

Was braucht eine moderne Gemeindewebsite? 8 Anforderungen

Bernd Broschek aktualisiert am 5 Minuten Lesezeit

Eine moderne Gemeindewebsite beantwortet zuerst die Fragen der Menschen, die euch noch nicht kennen: Wann ist Gottesdienst, wo seid ihr, was erwartet mich? Dazu kommen acht Anforderungen: gut lesbar am Handy, schnell, datenschutzfreundlich, barrierearm, von Google gefunden, mit aktuellem Kalender, einfach im Ehrenamt zu pflegen und klar in der Sprache.

Für wen ist eine Gemeindewebsite eigentlich da?

Die meisten Gemeindewebsites werden für die eigenen Leute gebaut. Dabei kennen die den Gottesdienst, die Adresse und den Pastor längst. Wer wirklich auf die Seite angewiesen ist, steht noch draußen: die Familie, die gerade hergezogen ist, der Student, der eine Gemeinde sucht, die Frau, die nach einer Beerdigung zum ersten Mal wieder über Glauben nachdenkt.

Für diese Menschen ist die Website der erste Besuch. Er entscheidet, ob es einen zweiten gibt, diesmal am Sonntag in der Kirchenbank. Deshalb misst sich jede Anforderung unten an einer Frage: Hilft sie jemandem, der euch noch nicht kennt?

Welche Anforderungen muss eine moderne Gemeindewebsite erfüllen?

Acht Punkte tragen fast alles. Sie gelten für die evangelische Kirchengemeinde ebenso wie für die Freikirche oder die Pfarrei.

1. Gottesdienstzeit und Adresse ganz oben

Das ist die häufigste Frage und zugleich die häufigste Lücke. In unserer Stichprobe von 155 Freikirchen-Websites in Österreich stand im September 2026 auf jeder vierten Startseite keine Gottesdienstzeit. Nur 15 Prozent sprachen neue Besucher überhaupt an. Zeit, Ort und ein Satz „Du bist willkommen, so wie du bist“ gehören in den ersten sichtbaren Bereich.

Wer zum ersten Mal kommt, hat außerdem Fragen, die er niemandem stellen möchte: Was ziehe ich an? Wie lange dauert der Gottesdienst? Muss ich mitsingen? Gibt es etwas für meine Kinder? Eine kurze Seite „Zum ersten Mal hier“ beantwortet das in wenigen Sätzen. Mit einem Foto vom Eingang nimmt sie viel Unsicherheit, bevor jemand vor der Tür steht.

2. Am Handy gut lesbar

Gesucht wird unterwegs, oft am Samstagabend auf dem Sofa. Schrift, Knöpfe und Kalender müssen auf einem kleinen Bildschirm funktionieren, ohne zu zoomen. Die gute Nachricht aus derselben Stichprobe: 94 Prozent der Seiten waren für das Handy vorbereitet. Prüft es trotzdem selbst, mit dem eigenen Telefon und dem einer älteren Person aus der Gemeinde.

3. Schnell und schlank

Große Fotos vom Gemeindefest, eingebettete Videos und fünf Erweiterungen machen eine Seite langsam. Wer länger als drei Sekunden wartet, ist oft weg. Diese Website lädt mit rund 150 KB, Stand September 2026. Das ist kein Kunststück, sondern eine Frage der Disziplin bei Bildern und Schriften.

Seit Mai 2018 gilt die DSGVO, für katholische und evangelische Stellen das kirchliche Datenschutzrecht (KDG oder DSG-EKD). Eine Gemeindewebsite braucht Impressum und Datenschutzerklärung. Einen Cookie-Banner braucht sie nur, wenn sie fremde Dienste lädt. Wer auf Google-Schriften, eingebettete Karten und Tracking verzichtet, kommt ohne aus. Was im Einzelnen nötig ist, steht auf der Seite DSGVO für Gemeindewebsites.

5. Barrierearm für alle Generationen

In vielen Gemeinden ist die Hälfte der Besucher über 60. Ausreichend große Schrift, kräftige Kontraste, Bilder mit Beschreibung und Links, die sagen, wohin sie führen, helfen ihnen und allen anderen auch. Seit Juni 2025 gilt in der EU für viele digitale Angebote von Unternehmen eine Pflicht zur Barrierefreiheit. Gemeinden sind meist nicht direkt erfasst, aber der Maßstab ist ein guter. Mehr dazu im Beitrag Barrierefreiheit auf kirchlichen Webseiten.

6. Bei Google gefunden werden

Wer „Freikirche“ und den Ortsnamen eintippt, ist schon auf dem Weg. Dafür braucht es einen klaren Seitentitel mit Ort, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und Gottesdienstzeiten, die Suchmaschinen lesen können. Wie das Schritt für Schritt geht, zeigt der Beitrag Lokales SEO für die Gemeindeseite.

7. Ein Kalender, der stimmt

Nichts schadet dem Vertrauen mehr als die Einladung zum Sommerfest, das vor drei Monaten war. Ein Kalender mit Hauskreisen, Jugend und Sonderterminen ist nur so gut wie seine Pflege. Welche Lösung zu welcher Gemeindegröße passt, beschreibt die Seite Veranstaltungskalender für Gemeinden.

8. Pflege, die das Ehrenamt schafft

Die meisten Gemeindewebsites werden von Ehrenamtlichen gepflegt, die das neben Beruf und Familie tun. Deshalb muss ein Termin in zwei Minuten eingetragen sein, ohne Schulung. Außerdem sollte nicht alles an einer Person hängen. Wer das technische Fundament abgeben will, findet bei der Website-Wartung für Gemeinden Updates und Sicherungen für 15 € im Monat netto, Stand August 2026.

Was gehört nicht auf die Startseite?

Eine Gemeindewebsite wird selten durch zu wenig schlecht, meist durch zu viel. Drei Dinge verdrängen auf der Startseite regelmäßig das Wichtige:

  • Die Gemeindegeschichte seit 1897: wertvoll, aber auf einer eigenen Seite besser aufgehoben.
  • Nachrichten für Insider: „Treffen des Ältestenkreises verschoben“ gehört in den Newsletter.
  • Fachsprache: Begriffe wie Abendmahl, Lobpreis oder Hauskreis sind für Außenstehende nicht selbstverständlich. Ein Halbsatz Erklärung genügt.

Wie prüfen wir, ob unsere Gemeindewebsite modern ist?

Bittet zwei Menschen, die eure Gemeinde nicht kennen, die Website am Handy zu öffnen. Stellt ihnen drei Fragen: Wann ist der nächste Gottesdienst? Wo parke ich? Gibt es etwas für meine Kinder? Messt die Zeit bis zur Antwort. Alles über 30 Sekunden zeigt euch, wo ihr ansetzen müsst. Die Checkliste unten auf dieser Seite hilft, die acht Punkte der Reihe nach durchzugehen.

Neu bauen oder überarbeiten?

Fehlen nur Gottesdienstzeit und Kalender, reicht oft eine Überarbeitung. Ist die Seite langsam, am Handy kaum lesbar und hängt an einem Programm, das niemand mehr bedienen kann, lohnt ein Neubau meist mehr als das Flicken. Christlicher Webdesigner, eine Marke der Ipsom GmbH mit Sitz in Schwaz in Tirol und Arbeitsort Feldkirchen in Kärnten, baut solche Seiten seit acht Jahren. Eine moderne Gemeindewebsite beginnt bei 1.200 € netto, Stand August 2026. Was dazugehört, steht auf der Seite Gemeindewebsite erstellen lassen.

Am Ende ist die Website kein Selbstzweck. Sie ist die offene Tür, bevor jemand die echte öffnet.

Was jetzt zu tun ist

  1. Öffnet eure Startseite am Handy und prüft, ob Gottesdienstzeit und Adresse ohne Scrollen sichtbar sind.
  2. Lasst zwei Außenstehende die drei Testfragen beantworten und notiert, wo sie hängen bleiben.
  3. Geht die acht Anforderungen mit der Checkliste durch und markiert, was fehlt.
  4. Löscht alte Termine aus dem Kalender und legt fest, wer ihn künftig pflegt.
  5. Entscheidet danach, ob eine Überarbeitung reicht oder ein Neubau sinnvoller ist.

Häufige Fragen zu diesem Thema

Welche Anforderungen sollte eine moderne Gemeindewebsite erfüllen?

Acht Punkte tragen fast alles: Gottesdienstzeit und Adresse ganz oben, gut lesbar am Handy, schnelle Ladezeit, Datenschutz ohne fremde Dienste, barrierearme Gestaltung, Auffindbarkeit bei Google, ein aktueller Kalender und eine Pflege, die Ehrenamtliche ohne Schulung schaffen.

Braucht eine kleine Gemeinde überhaupt eine eigene Website?

Ja. Gerade kleine Gemeinden werden ohne Website kaum gefunden, denn wer neu in den Ort zieht, sucht zuerst im Netz. Eine schlanke Seite mit Gottesdienstzeit, Adresse, einem Satz zur Gemeinde und einem Kontakt reicht für den Anfang.

Reicht eine Facebook-Seite statt einer Website?

Als Ergänzung ja, als Ersatz nein. Viele Menschen haben kein Konto, Beiträge verschwinden schnell im Verlauf, und die Regeln bestimmt die Plattform. Die Website ist der Ort, den ihr selbst in der Hand habt.

Brauchen wir für die Gemeindewebsite einen Cookie-Banner?

Nur, wenn die Seite fremde Dienste lädt, etwa Google-Schriften, eingebettete Karten, Videos oder Statistikwerkzeuge. Wer darauf verzichtet oder sie erst auf Klick lädt, kommt ohne Banner aus.

Was kostet eine moderne Gemeindewebsite?

Bei Christlicher Webdesigner beginnt eine Gemeindewebsite bei 1.200 € netto, Hosting und Wartung kosten je 15 € im Monat netto, Stand August 2026. Was in welchem Paket steckt, steht auf der Seite Was kostet eine Gemeindewebsite.

Checkliste zum Mitnehmen

Zwölf Punkte für eure Gemeindewebsite

Was auf eine Gemeindeseite gehört, in der Reihenfolge, in der Besucher danach suchen. Zum Abhaken, bevor ihr anfangt.

Vor dem ersten Angebot

  • Wer pflegt die Seite in drei Jahren? (Name, nicht Rolle)
  • Welche fünf Seiten braucht ihr wirklich?
  • Wer liefert Texte, wer Fotos, bis wann?
  • Gibt es Fotos, bei denen Einwilligungen fehlen?
  • Auf wen laufen Domain und Verträge?
  • Ist der laufende Betrieb im Haushalt eingeplant?
  • Gottesdienstzeit und Adresse im oberen Drittel der Startseite
  • Wie man ankommt: Parkplätze, Eingang, Barrierefreiheit

Die vollständige Fassung mit allen Punkten steht im PDF.

Checkliste „Zwölf Punkte für eure Gemeindewebsite" als PDF PDF · 1 Seite · 42 KB · Stand August 2026

Kostenlos, ohne Anmeldung, ohne E-Mail-Adresse. Nimm es mit und nutze es — auch wenn ihr die Website am Ende selbst baut. Alle zwölf Arbeitsmaterialien ansehen

Bernd Broschek

Geschrieben von

Bernd Broschek BEd

Christlicher Webdesigner aus Kärnten, leitet eine Agentur mit vier Mitarbeitern und ein Hilfswerk in Uganda. Mehr über mich

Das könnte dich auch interessieren