Gemeindeseite gestalten: Aufbau, Kalender und Gruppen
Eine Gemeindeseite gestalten heißt: bei der häufigsten Frage anfangen. Wann und wo ist der Gottesdienst? Diese Antwort steht oben, dazu ein Satz für Neue und echte Gesichter aus der Gemeinde. Danach folgen Kalender, Gruppen, Predigten und Kontakt. Alles, was keine dieser Fragen beantwortet, darf nach unten oder ganz weg.
Gemeindeseite gestalten: womit anfangen?
Der erste Bildschirm hat eine Aufgabe: dem Besucher in fünf Sekunden sagen, ob er bei euch richtig ist. Dafür braucht es Gottesdienstzeit, Ort, ein Foto von Menschen aus der Gemeinde und einen Satz, wer ihr seid. Mehr nicht. Alles Weitere hat Platz, wenn jemand scrollt.
Dass dieser Punkt der wichtigste ist, zeigen die Zahlen. In unserer Stichprobe von 155 Freikirchen-Websites in Österreich stand im September 2026 nur auf 73 Prozent der Startseiten eine Gottesdienstzeit. Auf jeder vierten Seite fehlte sie also. Einen Hinweis für neue Besucher fanden wir sogar nur auf 15 Prozent.
Wer die Gemeindeseite gestalten will, fängt deshalb nicht beim Design an, sondern bei diesen zwei Kästen. Sie kosten eine Stunde Arbeit und entscheiden mehr als die Farbwahl. Welche Seiten danach folgen, listet der Beitrag Kirchenwebsite: diese zehn Elemente gehören hinein.
Beim Menü gilt dieselbe Zurückhaltung. Sieben Punkte sind genug, und sie tragen die Namen, die ein Gast verwenden würde: Gottesdienst, Neu hier, Gruppen, Termine, Predigten, Über uns, Kontakt. Interne Bezeichnungen aus der Gemeindeordnung versteht niemand von außen. Wächst das Menü über zwei Zeilen, ist das ein Zeichen, dass Seiten zusammengehören, die bisher einzeln stehen.
Was bringt ein Veranstaltungskalender?
Ein Kalender nimmt der Gemeinde die ständige Frage ab, was wann läuft. Er lohnt sich aber nur, wenn er stimmt. Ein Kalender, in dem der letzte Eintrag drei Monate alt ist, schadet mehr als eine einfache Liste, die jemand von Hand pflegt.
Darum die ehrliche Reihenfolge: Erst klären, wer Termine einträgt, dann die Technik wählen. Für eine Gemeinde mit zwei bis drei Terminen in der Woche genügt eine gepflegte Liste. Erst wenn mehrere Kreise eigene Termine melden, zahlt sich ein echter Kalender mit Rechten und Wiederholungen aus. Die Unterschiede stehen auf der Seite Veranstaltungskalender für Gemeinden.
Zwei Dinge helfen in jedem Fall. Schreibt zu jedem Termin Ort und Uhrzeit, nicht nur den Namen der Reihe. Und nennt eine Ansprechperson, damit niemand im Gemeindebüro nachfragen muss.
Wie zeigt ihr Gruppen und Kreise?
Gruppen sind der Grund, warum Menschen bleiben. Auf der Website brauchen sie wenig: Name, für wen, wann und wo, eine Ansprechperson mit Foto. Ein Satz dazu, wie es dort zugeht, hilft Schüchternen mehr als eine Seite Programm. Schreibt auch dazu, ob man einfach dazukommen kann oder sich vorher melden sollte.
- Nach Lebensphase ordnen, nicht nach Gemeindestruktur. Niemand sucht den „Arbeitskreis 3".
- Eine Seite für alle Gruppen mit Ankern, statt zwölf einzelne Unterseiten, die niemand pflegt.
- Gruppen ohne Zukunft streichen. Ein Kreis, der seit zwei Jahren nicht mehr zusammenkommt, gehört nicht ins Netz.
- Keine Telefonnummern von Ehrenamtlichen ohne deren Einverständnis. Eine Sammeladresse der Gemeinde genügt.
Wer dabei merkt, dass die alte Seite diese Ordnung nicht hergibt, findet auf der Seite Gemeindewebsite erstellen lassen den Ablauf für einen neuen Aufbau.
Wie viele Fotos braucht eine Gemeindeseite?
Weniger als die meisten denken. Drei gute Bilder auf der passenden Seite wirken stärker als ein Album mit zweihundert Aufnahmen vom Gemeindefest. Eine Galerie, die niemand aufräumt, macht die Seite langsam und sagt nichts.
Wichtiger als die Menge ist, wer zu sehen ist. Echte Menschen aus eurer Gemeinde schlagen jedes gekaufte Motiv. Bei Kindern braucht jedes Foto die Einwilligung der Eltern; Hinweise dazu stehen im Beitrag Kinderfotos auf der Gemeindewebsite. Für Predigten gilt dasselbe in Ton: Ein Archiv mit Datum, Titel und Bibelstelle ist mehr wert als ein unsortierter Stapel Aufnahmen, wie die Seite Predigten online stellen zeigt.
Wie sieht die Seite auf dem Handy aus?
Die Mehrheit der Besucher kommt mit dem Telefon, oft am Samstagabend auf der Suche nach der Gottesdienstzeit. Prüft die Seite deshalb zuerst dort, nicht am großen Bildschirm. Technisch sind die meisten Gemeinden gut aufgestellt: In derselben Stichprobe waren im September 2026 94 Prozent der Websites für das Handy vorbereitet, und das HTML der Startseite kam im Mittel in 0,7 Sekunden an.
Zwei Dinge fallen am Telefon trotzdem oft durch. Das erste sind Bilder mit Text darin, der auf kleinen Schirmen nicht mehr lesbar ist. Schreibt wichtige Angaben als echten Text, nicht in die Grafik. Das zweite sind eingebettete Karten und Videos: Sie laden fremde Server, kosten Zeit und brauchen eine Einwilligung. In der Stichprobe taten das 32 Prozent der Startseiten, ohne vorher zu fragen.
Besser ist eine Karte als Bild mit einem Link zur Route und ein Video, das erst nach einem Klick lädt. Beides spart Ladezeit und erspart euch eine Erklärung im Datenschutztext.
Wer pflegt die Gemeindeseite nach dem Start?
Diese Frage entscheidet, ob die Arbeit hält. In acht Jahren und 128 Projekten haben wir bei Ipsom keine Seite gesehen, die ohne eine zuständige Person lebendig geblieben ist. Legt darum zwei Namen fest, nicht einen: eine Person für Termine und Texte, eine zweite, die im Urlaubsfall einspringt.
Technisch hilft, was wenig Pflege braucht. Eine Gemeindeseite ohne Datenbank und ohne Dutzend Erweiterungen lässt sich auch nach zwei Jahren ohne Sorge anfassen. Als Christlicher Webdesigner bauen wir aus Feldkirchen in Kärnten genau so, weil die meisten Gemeinden keine Technikabteilung haben. Welche Anforderungen darüber hinaus gelten, beschreibt der Beitrag was eine moderne Gemeindewebsite braucht.
Was jetzt zu tun ist
- Öffnet eure Startseite auf dem Handy und prüft, ob Gottesdienstzeit und Adresse ohne Scrollen zu sehen sind.
- Schreibt einen Absatz für Menschen, die zum ersten Mal kommen: Parken, Dauer, Kinder, Kleidung.
- Geht die Gruppenliste durch und streicht alles, was es nicht mehr gibt.
- Legt zwei Namen fest, die Termine und Texte pflegen, und gebt beiden einen Zugang.
- Meldet euch bei uns, wenn die alte Seite diese Ordnung nicht hergibt. Das erste Gespräch kostet nichts.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Womit fängt man an, wenn man eine Gemeindeseite gestalten will?
Mit zwei Kästen auf der Startseite: Gottesdienstzeit mit Ort und ein kurzer Absatz für Menschen, die zum ersten Mal kommen. Beides kostet eine Stunde und wirkt mehr als jede Designentscheidung. Erst danach lohnt es sich, über Aufbau, Farben und Bilder zu reden.
Brauchen wir einen Veranstaltungskalender oder genügt eine Liste?
Bei zwei bis drei Terminen in der Woche genügt eine Liste, die jemand von Hand pflegt. Ein echter Kalender mit Rechten und Wiederholungen zahlt sich erst aus, wenn mehrere Kreise eigene Termine melden. Entscheidend ist nicht die Technik, sondern ob jemand die Termine zuverlässig einträgt.
Wie ordnen wir die Gruppen auf der Website?
Nach Lebensphase, also Kinder, Jugend, junge Erwachsene, Familien, Senioren. Niemand sucht nach einer internen Bezeichnung wie „Arbeitskreis 3“. Eine einzige Seite mit Sprungmarken ist dabei leichter zu pflegen als zwölf Unterseiten.
Dürfen wir Fotos vom Gottesdienst auf die Seite stellen?
Ja, wenn die abgebildeten Personen damit einverstanden sind. Bei Kindern braucht jedes Foto die Einwilligung der Eltern. Drei gute Bilder genügen; eine große Galerie macht die Seite langsam und sagt oft weniger.
Wie viel Pflege braucht eine Gemeindeseite im Jahr?
Termine und Hinweise wöchentlich, Gruppen und Ansprechpersonen bei jeder Änderung, alles andere einmal im Jahr durchsehen. Mit einer Seite ohne Datenbank bleibt der technische Teil klein. Wichtig ist, dass zwei Personen Zugang haben.
Checkliste zum Mitnehmen
Zwölf Punkte für eure Gemeindewebsite
Was auf eine Gemeindeseite gehört, in der Reihenfolge, in der Besucher danach suchen. Zum Abhaken, bevor ihr anfangt.
Vor dem ersten Angebot
- Wer pflegt die Seite in drei Jahren? (Name, nicht Rolle)
- Welche fünf Seiten braucht ihr wirklich?
- Wer liefert Texte, wer Fotos, bis wann?
- Gibt es Fotos, bei denen Einwilligungen fehlen?
- Auf wen laufen Domain und Verträge?
- Ist der laufende Betrieb im Haushalt eingeplant?
- Gottesdienstzeit und Adresse im oberen Drittel der Startseite
- Wie man ankommt: Parkplätze, Eingang, Barrierefreiheit
Die vollständige Fassung mit allen Punkten steht im PDF.
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Geschrieben von
Bernd Broschek BEd
Christlicher Webdesigner aus Kärnten, leitet eine Agentur mit vier Mitarbeitern und ein Hilfswerk in Uganda. Mehr über mich