Über uns: Was auf die Seite einer Gemeinde gehört
Auf die Seite „Über uns“ gehören vier Dinge: wer ihr seid, was ihr glaubt, zu wem ihr gehört und wer ansprechbar ist. Alles davon in verständlichen Sätzen, nicht in Gemeindesprache. Die Geschichte seit der Gründung darf dabeistehen, aber weiter unten. Wer die Seite liest, will meist nur eines wissen: ob er bei euch willkommen ist.
Was gehört auf die Seite „Über uns“?
Vier Blöcke in dieser Reihenfolge, weil sie der Reihenfolge der Fragen entspricht, die ein Besucher still mitbringt.
- Wer ihr seid. Zwei bis drei Sätze: wie viele Menschen etwa kommen, welche Altersgruppen, wie ein Sonntag abläuft.
- Was ihr glaubt. Eine kurze, verständliche Fassung. Das ausführliche Bekenntnis kann verlinkt dahinter liegen, für alle, die es genau wissen wollen.
- Zu wem ihr gehört. Gemeindebund, Landeskirche, Freikirche oder eigenständig. Dieser Satz nimmt Menschen die Sorge vor einer Sekte.
- Wer ansprechbar ist. Zwei bis drei Personen mit Vorname, Aufgabe und Foto, dazu eine Sammeladresse der Gemeinde.
Was sonst noch auf eine Gemeindeseite gehört, listet der Beitrag Kirchenwebsite: diese zehn Elemente gehören hinein. Die Seite „Über uns“ ist dort eines von zehn Elementen und trägt nicht die ganze Last.
Wie erzählt ihr eure Geschichte?
Kurz und mit Menschen darin. Eine Jahreszahl, ein Satz zum Anlass, ein Satz zum Heute. Mehr liest kaum jemand beim ersten Besuch. Wenn eure Gemeinde seit 1952 am selben Ort ist, gehört genau das in einen Satz, nicht in drei Absätze über Baugeschichte.
Wichtig ist der Ton. Eine Chronik erzählt, was geschehen ist. Eine gute Seite erzählt, warum es euch gibt. Der zweite Text ist meist der kürzere und der, an den Menschen sich erinnern. Haltet daher die Versuchung aus, jede Umbenennung und jeden Pastorenwechsel aufzuführen; eine Zeitleiste mit fünf Einträgen genügt.
Alte Fassungen eurer Geschichte verschwinden bei einem Umbau schnell. Wer gerade eine Seite erneuert, findet den Ablauf auf der Seite Gemeinde-Homepage Relaunch und sollte vorher die alten Texte sichern.
Gehört der Glaube auf die Seite?
Ja, und zwar früh. Menschen suchen eine Gemeinde nicht nach Baustil aus, sondern nach dem, was dort gilt. Zwei bis drei Sätze in gewöhnlichem Deutsch tragen weiter als eine Seite theologischer Begriffe. Schreibt, was euch wichtig ist, nicht, was euch von anderen unterscheidet.
Dazu gehört auch, Dinge zu benennen, die Gäste tatsächlich beschäftigen: Wie läuft das Abendmahl, wer darf teilnehmen, wie ist es mit Taufe, was passiert in den Kindergruppen. Ein ehrlicher Satz dazu erspart viele erste Telefonate und nimmt die Scheu vor dem Kommen.
Eine Lücke fällt in diesem Zusammenhang besonders auf. In unserer Stichprobe von 155 Freikirchen-Websites in Österreich fanden wir im September 2026 nur auf 19 Prozent der Startseiten einen Hinweis zum Kinderschutz. Eltern suchen genau das, bevor sie ihr Kind zum ersten Mal mitbringen. Eine Vorlage dafür steht im Beitrag Selbstverpflichtungserklärung Kinderschutz.
Worin unterscheidet sie sich von der Startseite?
Die Startseite beantwortet die Frage „Komme ich am Sonntag hin?“. Die Seite „Über uns“ beantwortet die Frage „Passe ich dorthin?“. Das sind zwei verschiedene Momente, oft Tage auseinander. Darum gehört die Gottesdienstzeit nach vorn und nicht hierher, und die Glaubensgrundlage gehört hierher und nicht in den ersten Bildschirm.
In der Praxis vermischen viele Gemeinden beides. Dann steht auf der Startseite ein langer Text über die Geschichte, und die Zeit findet niemand. Umgekehrt steht unter „Über uns“ nur ein Satz, und die eigentliche Frage bleibt offen. In der erwähnten Stichprobe hatten im September 2026 nur 15 Prozent der Startseiten überhaupt einen Hinweis für neue Besucher.
Eine einfache Prüfung hilft: Lest beide Seiten nacheinander und streicht jeden Satz, der auf der anderen besser aufgehoben wäre. Meist wird dabei die Startseite kürzer und diese Seite erst brauchbar.
Wen zeigt ihr mit Namen und Foto?
Die Personen, die ein Gast wirklich ansprechen würde: Leitung, Kinderarbeit, Jugend, Musik. Vier bis sechs Gesichter genügen. Eine vollständige Liste aller Mitarbeitenden veraltet schneller, als sie jemand pflegt, und sie hilft niemandem. Schreibt neben den Namen, wofür die Person ansprechbar ist, und nicht den Titel einer Funktion aus der Gemeindeordnung. Ein Gast sucht jemanden für seine Frage, nicht ein Amt.
Fragt vor der Veröffentlichung jede Person, ob Foto und Nachname dort stehen dürfen. Viele Ehrenamtliche möchten den Vornamen, aber keine Durchwahl im Netz haben. Eine Sammeladresse der Gemeinde löst das. Für die Fotos gilt dasselbe wie überall auf der Seite: echte Menschen aus eurer Gemeinde, keine gekauften Motive.
In acht Jahren und 128 Projekten haben wir bei Ipsom gesehen, dass gerade diese Seite Vertrauen schafft. Sie ist nach der Startseite die am zweithäufigsten geöffnete Seite einer Gemeindewebsite, und sie entscheidet oft, ob jemand am Sonntag tatsächlich kommt.
Wie bleibt die Seite aktuell?
Setzt euch einen festen Termin im Jahr, am besten nach der Gemeindeversammlung. Dann stehen Leitungswechsel und neue Zuständigkeiten ohnehin fest. Geht die Seite in zwanzig Minuten durch: Stimmen die Namen, stimmen die Aufgaben, stimmt die Zahl der Besucher, lebt die Gruppe noch, die dort erwähnt wird.
Vermeidet Angaben, die von selbst veralten, etwa „seit drei Jahren“ oder „unser neuer Pastor“. Schreibt stattdessen das Jahr. Dann steht der Satz auch 2030 noch richtig da.
Als Christlicher Webdesigner bauen wir aus Feldkirchen in Kärnten so, dass eine Gemeinde solche Texte selbst ändern kann, ohne jemanden anzurufen. Wer eine neue Seite braucht, findet den Ablauf unter Gemeindewebsite erstellen lassen, für Kirchen im engeren Sinn unter Kirchenwebsite erstellen und für katholische Pfarren unter Pfarrei-Website erstellen.
Was jetzt zu tun ist
- Lest eure bisherige Seite „Über uns“ laut vor und streicht jeden Satz, den ein Gast nicht versteht.
- Schreibt die vier Blöcke neu: wer ihr seid, was ihr glaubt, zu wem ihr gehört, wer ansprechbar ist.
- Fragt vier bis sechs Personen, ob Foto und Vorname auf der Seite stehen dürfen.
- Ersetzt alle Angaben wie „seit kurzem“ durch eine Jahreszahl und setzt einen festen Prüftermin im Jahr.
- Meldet euch bei uns, wenn die alte Seite diesen Aufbau nicht hergibt. Das erste Gespräch kostet nichts.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Wie lang sollte die Seite „Über uns“ sein?
Eine Bildschirmlänge für den Kern, alles Weitere darunter. Vier kurze Blöcke tragen weiter als eine ausführliche Chronik. Wer mehr erzählen will, verlinkt eine eigene Seite zur Geschichte, statt den Haupttext zu verlängern.
Sollen wir unser Glaubensbekenntnis vollständig abdrucken?
Besser nicht an erster Stelle. Zwei bis drei Sätze in gewöhnlichem Deutsch beantworten die Frage für die meisten Besucher. Das vollständige Bekenntnis kann verlinkt dahinterliegen, für alle, die es genau wissen wollen.
Müssen alle Mitarbeitenden mit Foto auf die Seite?
Nein. Vier bis sechs Personen genügen, nämlich die, die ein Gast ansprechen würde: Leitung, Kinderarbeit, Jugend, Musik. Jede Person wird vorher gefragt, ob Foto und Nachname dort stehen dürfen. Eine Sammeladresse der Gemeinde ersetzt persönliche Durchwahlen.
Wie oft sollten wir die Seite überarbeiten?
Einmal im Jahr, am besten nach der Gemeindeversammlung, weil dann Leitungswechsel und Zuständigkeiten feststehen. Zwanzig Minuten genügen: Namen, Aufgaben, Gruppen und Zahlen durchsehen.
Gehört der Kinderschutz auf die Seite „Über uns“?
Zumindest ein Verweis darauf. Eltern suchen diese Information, finden sie aber selten: In unserer Stichprobe von 155 Freikirchen-Websites in Österreich stand im September 2026 nur auf 19 Prozent der Startseiten ein Hinweis zum Kinderschutz. Ein Link im Menü oder in der Fußzeile genügt.
Checkliste zum Mitnehmen
Zwölf Punkte für eure Gemeindewebsite
Was auf eine Gemeindeseite gehört, in der Reihenfolge, in der Besucher danach suchen. Zum Abhaken, bevor ihr anfangt.
Vor dem ersten Angebot
- Wer pflegt die Seite in drei Jahren? (Name, nicht Rolle)
- Welche fünf Seiten braucht ihr wirklich?
- Wer liefert Texte, wer Fotos, bis wann?
- Gibt es Fotos, bei denen Einwilligungen fehlen?
- Auf wen laufen Domain und Verträge?
- Ist der laufende Betrieb im Haushalt eingeplant?
- Gottesdienstzeit und Adresse im oberen Drittel der Startseite
- Wie man ankommt: Parkplätze, Eingang, Barrierefreiheit
Die vollständige Fassung mit allen Punkten steht im PDF.
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Geschrieben von
Bernd Broschek BEd
Christlicher Webdesigner aus Kärnten, leitet eine Agentur mit vier Mitarbeitern und ein Hilfswerk in Uganda. Mehr über mich