Kirchenwebsite: Diese 10 Elemente gehören hinein
Auf eine Kirchenwebsite gehören zehn Elemente: eine Startseite mit Gottesdienstzeit, eine Seite für Erstbesucher, Gottesdienst und Ablauf, wer ihr seid und was ihr glaubt, das Team, Gruppen für jedes Alter, ein Kalender, Predigten, ein Weg zum Spenden sowie Kontakt mit Anfahrt. Impressum und Datenschutz kommen als Pflicht dazu.
Warum sind weniger Seiten oft besser?
Viele Kirchenwebsites sind über Jahre gewachsen. Jeder Arbeitskreis bekam eine Unterseite, jede Freizeit eine Galerie. Am Ende findet niemand mehr die Gottesdienstzeit. Die zehn Elemente unten sind kein Mindestprogramm, das man erweitern muss, sondern ein Gerüst, an dem man aufräumen kann. Was in keines davon passt, gehört meist in den Newsletter oder ins Archiv.
Welche technischen Anforderungen dahinterstehen, also Handy, Ladezeit und Datenschutz, beschreibt der Beitrag Was braucht eine moderne Gemeindewebsite. Hier geht es um den Inhalt: Welche Seiten und Bausteine braucht es wirklich?
Welche zehn Elemente gehören auf eine Kirchenwebsite?
1. Eine Startseite, die in fünf Sekunden antwortet
Gottesdienstzeit, Adresse, ein Foto von echten Menschen aus der Gemeinde und ein Satz, wer ihr seid. Mehr braucht der erste Bildschirm nicht. In unserer Stichprobe von 155 Freikirchen-Websites fehlte im September 2026 auf jeder vierten Startseite die Gottesdienstzeit.
2. „Zum ersten Mal hier?“
Die wichtigste Seite für Gäste und zugleich die seltenste: Nur 15 Prozent der Startseiten in derselben Stichprobe sprachen neue Besucher an. Beantwortet die Fragen, die niemand laut stellt. Wo parke ich, was ziehe ich an, wie lange dauert es, muss ich etwas geben, was passiert mit meinen Kindern?
3. Gottesdienst und Ablauf
Zeiten, Sprache, Kinderprogramm, Abendmahl, Kaffee danach. Wer weiß, was ihn erwartet, kommt eher. Überträgt die Gemeinde den Gottesdienst, gehört der Hinweis hierher; worauf es dabei ankommt, steht auf der Seite Gottesdienst-Livestream einbinden.
4. Wer ihr seid und was ihr glaubt
Eine kurze, verständliche Fassung eures Glaubens und eure Zugehörigkeit, etwa zu einem Gemeindebund oder einer Landeskirche. Das schafft Vertrauen, gerade bei Menschen, die Sorge vor Sekten haben. Die ausführliche Geschichte seit der Gründung darf weiter unten stehen.
5. Das Team mit Gesicht
Pastor, Leitung und Ansprechpersonen mit Foto, Aufgabe und einem persönlichen Satz. Besucher wollen wissen, wem sie die Hand geben werden. Eine eigene E-Mail-Adresse je Bereich ist besser als eine private Handynummer.
6. Gruppen für jedes Alter
Kinder, Jugend, Hauskreise, Senioren. Je Gruppe reichen Zeit, Ort, Ansprechperson und ein Foto. Für Eltern zählt außerdem, ob die Gemeinde ein Kinderschutzkonzept hat. In der Stichprobe verwiesen im September 2026 nur 19 Prozent der Startseiten darauf.
7. Ein Kalender, der gepflegt wird
Ein veralteter Termin schadet mehr als gar keiner. Deshalb gehört zum Kalender eine Person, die ihn pflegt. Welche Lösung zu welcher Gemeindegröße passt, beschreibt die Seite Veranstaltungskalender für Kirchengemeinden.
8. Predigten zum Nachhören
Viele Gäste hören erst eine Predigt, bevor sie kommen. Eine Liste mit Datum, Titel, Bibelstelle und Prediger genügt. Wie man sie ohne fremde Dienste und gut auffindbar einbindet, steht auf der Seite Predigten online stellen.
9. Ein klarer Weg zum Spenden
Bankverbindung, Verwendungszweck und, wo es zutrifft, der Hinweis auf die steuerliche Absetzbarkeit. Ein Satz, wofür das Geld eingesetzt wird, schafft mehr Vertrauen als ein großer Knopf. Gäste sollten zugleich lesen, dass von ihnen niemand etwas erwartet.
10. Kontakt und Anfahrt
Adresse, Parkmöglichkeiten, Erreichbarkeit mit Bus und Bahn, ein Kontaktformular und eine Telefonnummer mit Zeiten. Eine Karte lässt sich auch ohne eingebettete Google-Karte zeigen, als Bild mit Link. Das spart einen Cookie-Banner.
Wie ordnen wir die Elemente in der Navigation?
Die Navigation einer Kirchenwebsite sollte mit höchstens sechs Punkten auskommen. Mehr überfordert, besonders am Handy. Bewährt hat sich diese Reihenfolge: „Besuchen“ mit Gottesdienst und Erstbesucher-Seite, „Über uns“ mit Glauben und Team, „Gruppen“, „Termine“, „Predigten“ und „Kontakt“. Spenden kann als eigener Punkt oder im Fuß der Seite stehen.
Benennt die Punkte nach dem, was Gäste suchen, nicht nach eurer Organisation. „Für Kinder“ findet jede Mutter, „Kidstreff“ nur, wer schon dazugehört. Gleiches gilt für Gruppennamen wie „Teenkreis Agape“: Auf der Gruppenseite darf der Name stehen, in der Navigation hilft eine Beschreibung.
Ein guter Test für die fertige Navigation: Kann jemand, der eure Kirchenwebsite zum ersten Mal sieht, in zwei Klicks sagen, wann der nächste Gottesdienst ist und wo er parkt? Dann trägt das Gerüst.
Fragt dafür am besten jemanden außerhalb der Gemeinde, etwa Nachbarn oder Kollegen. Wer selbst jeden Sonntag kommt, sieht die Lücken auf der eigenen Kirchenwebsite nicht mehr.
Was ist gesetzlich Pflicht?
Impressum und Datenschutzerklärung, in Deutschland und Österreich seit Jahren und seit Mai 2018 nach DSGVO, für katholische und evangelische Stellen nach KDG oder DSG-EKD. Beides gehört in den Fuß jeder Seite. Was im Einzelnen hineinmuss und wann es einen Cookie-Banner braucht, steht auf der Seite DSGVO für Gemeindewebsites. Für Fotos von Kindern lohnt der Beitrag Kinderfotos auf der Gemeindewebsite.
Was kann weg?
- Bildergalerien ohne Text: Drei gute Fotos auf der passenden Seite wirken mehr als 200 in einem Album.
- Seiten für Gruppen, die es nicht mehr gibt: Sie lassen die Gemeinde kleiner wirken, als sie ist.
- Interne Mitteilungen: Protokolle und Dienstpläne gehören in einen geschützten Bereich oder eine Gemeinde-App.
Selbst umbauen oder machen lassen?
Mit dieser Liste könnt ihr eure Seite selbst aufräumen. Passt das Gerüst nicht mehr zur Technik dahinter, lohnt ein Neubau. Christlicher Webdesigner, eine Marke der Ipsom GmbH aus Schwaz in Tirol mit Arbeitsort Feldkirchen in Kärnten, baut Kirchenwebsites seit acht Jahren; eine Gemeindewebsite beginnt bei 1.200 € netto, Stand August 2026. Details stehen auf der Seite Kirchenwebsite erstellen.
Was jetzt zu tun ist
- Legt die zehn Elemente neben eure Navigation und streicht ab, was schon da ist.
- Schreibt die Seite „Zum ersten Mal hier?“, falls sie fehlt. Eine halbe Seite reicht.
- Prüft, ob Gottesdienstzeit und Adresse auf der Startseite ohne Scrollen sichtbar sind.
- Löscht Seiten für Gruppen und Termine, die es nicht mehr gibt.
- Legt für Kalender, Predigten und Team je eine Person fest, die sie aktuell hält.
Häufige Fragen zu diesem Thema
Welche Seiten braucht eine Kirchenwebsite mindestens?
Startseite mit Gottesdienstzeit, eine Seite für Erstbesucher, Gottesdienst und Ablauf, wer ihr seid, Kontakt mit Anfahrt sowie Impressum und Datenschutz. Team, Gruppen, Kalender, Predigten und Spenden kommen dazu, sobald jemand sie pflegt.
Brauchen wir eine Bildergalerie?
Selten. Drei gute Fotos auf der passenden Seite wirken mehr als ein Album mit 200 Bildern. Bei Kindern braucht jedes Foto eine Einwilligung der Eltern.
Sollen Predigten auf die Website oder nur auf YouTube?
Am besten auf die Website, mit Datum, Titel und Bibelstelle. YouTube kann zusätzlich genutzt werden, aber eingebettete Videos laden fremde Dienste und brauchen dann eine Einwilligung.
Wie oft muss die Kirchenwebsite aktualisiert werden?
Kalender und Hinweise wöchentlich, Team und Gruppen bei jeder Änderung, alles andere einmal im Jahr prüfen. Wichtig ist, dass für jeden Bereich eine Person zuständig ist.
Checkliste zum Mitnehmen
Zwölf Punkte für eure Gemeindewebsite
Was auf eine Gemeindeseite gehört, in der Reihenfolge, in der Besucher danach suchen. Zum Abhaken, bevor ihr anfangt.
Vor dem ersten Angebot
- Wer pflegt die Seite in drei Jahren? (Name, nicht Rolle)
- Welche fünf Seiten braucht ihr wirklich?
- Wer liefert Texte, wer Fotos, bis wann?
- Gibt es Fotos, bei denen Einwilligungen fehlen?
- Auf wen laufen Domain und Verträge?
- Ist der laufende Betrieb im Haushalt eingeplant?
- Gottesdienstzeit und Adresse im oberen Drittel der Startseite
- Wie man ankommt: Parkplätze, Eingang, Barrierefreiheit
Die vollständige Fassung mit allen Punkten steht im PDF.
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Geschrieben von
Bernd Broschek BEd
Christlicher Webdesigner aus Kärnten, leitet eine Agentur mit vier Mitarbeitern und ein Hilfswerk in Uganda. Mehr über mich